Filmplakat 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (1995)
DramaNR

71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls

1995 1h 40min Österreich Regie Michael Haneke

Cine Score

7.0

Sehr gut

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Filmplakat 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls

1h 40min

Laufzeit

208

Zuschauerbewertungen

2

Auszeichnungen

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Filmdaten zu „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“

Produktionsjahr

1995

Bewertung

7.0/10

Anzahl Bewertungen

208

Genres

Drama

* Die technischen Daten stammen aus der Filmdatenbank und werden bei jeder Aktualisierung des Katalogs überprüft.

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2/2 Fragen

Filmbeschreibung zu „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“

Ein 19-jähriger Student erschießt bei einem Amoklauf in einer Bankfiliale drei Menschen und sich selbst. Regisseur Michael Haneke zeigt eine Chronologie in 71 Szenen, in einer kühlen und scheinbar unbeteiligten Abfolge.

„71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ aus dem Jahr 1994 ist der dritte Teil der sogenannten „Gletscher-Trilogie“ von Michael Haneke, zu der auch die früheren Werke des österreichischen Regisseurs gehören: „Der siebente Kontinent“ (1989) und „Benny's Video“ (1992). Der Film, der erstmals auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes in der Sektion Quinzaine des Réalisateurs präsentiert wurde, bleibt bis heute eine der prägnantesten und kompromisslosesten Studien über gesellschaftliche Abstumpfung, Entfremdung und die Zufälligkeit von Gewalt in der modernen westlichen Welt. Die Handlung des Films konzentriert sich auf die Ereignisse um Weihnachten 1993 in Wien und steuert auf eine folgenschwere, sinnlose Schießerei in einem Bankgebäude zu. Haneke konzentriert sich jedoch nicht nur auf den Höhepunkt selbst, sondern rekonstruiert mit kühler Präzision ein Mosaik menschlicher Schicksale, die diesem Ereignis vorausgingen. Wir folgen den Geschichten mehrerer zunächst unzusammenhängender Figuren: dem rumänischen Flüchtling, dem kleinen Marian, der versucht, auf den Straßen einer fremden Stadt zu überleben; einem älteren, einsamen Mann, der vergeblich den Kontakt zu seinen Angehörigen sucht; einem Ehepaar, das ein kleines Mädchen adoptieren möchte, sowie dem jungen Studenten Max, dessen alltägliches Leben von Tischtennistraining und kleinen Frustrationen geprägt ist. Alle diese Handlungsstränge werden von authentischem Fernsehmaterial begleitet, das über den Konflikt auf dem Balkan, die politische Krise in Haiti oder Sittenskandale mit prominenten Persönlichkeiten berichtet. Hanekes Regiestil erreicht in diesem Drama ein außergewöhnliches Maß an formaler Strenge. Dem Titel entsprechend ist die Erzählung in 71 einzelne Episoden unterteilt, die durch Schwarzblenden voneinander getrennt sind. Der Regisseur verzichtet vollständig auf eine traditionelle Ursache-Wirkungs-Struktur und emotionale Filmmusik und ersetzt diese durch die distanzierte Beobachtung des Alltags der Figuren. Die Kameras sind in Totalen positioniert, und lange, statische Einstellungen zwingen die Zuschauer dazu, Bedeutungen aktiv zusammenzufügen und die wachsende Unfähigkeit zu erkennen, einen echten Dialog zwischen Menschen aufzubauen. Das Schauspiel basiert auf Zurückhaltung und dem Verzicht auf emotionale Übertreibung, was perfekt zum kühlen Konzept des Regisseurs passt. Die Figuren erklären ihre Motivationen nicht in langen Monologen; ihr psychischer Zustand offenbart sich durch einfache, mechanische Handlungen. „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ erhielt Kritikerlob als äußerst aufschlussreiche Diagnose der Informationsgesellschaft, in der eine Flut drastischer Nachrichten aus aller Welt zu einer vollständigen Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer führt. Der Film ist ein Schlüsselwerk in Hanekes Schaffen und kündigt Motive an, die der Regisseur in späteren Produktionen wie „Code: unbekannt“ oder „Caché“ weiterentwickelte.

Besetzung & Stab

Wer hinter „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ steckt

Filmschaffende

Stab

Foto – Michael Haneke

Michael Haneke

Regie · Drehbuch

Foto – Christian Berger

Christian Berger

Kamera

Besetzung

Foto – Gabriel Cosmin Urdes

Gabriel Cosmin Urdes

als Marian Radu

Foto – Lukas Miko

Lukas Miko

als Max

Foto – Otto Grünmandl

Otto Grünmandl

als Tomek

Foto – Anne Bennent

Anne Bennent

als Inge Brunner

Foto – Udo Samel

Udo Samel

als Paul Brunner

Foto – Dorothee Hartinger

Dorothee Hartinger

als Kristina

Foto – Branko Samarovski

Branko Samarovski

als Hans

Foto – Claudia Martini

Claudia Martini

als Maria

Technische Daten

Produktion & Details

Studio / ProduktionWega Film
ProduktionslandÖsterreich
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsdatum10. März 1995
Laufzeit1h 40min
AltersfreigabeNR
Budget–
Einspielergebnis–

Festivals & Auszeichnungen

Auszeichnungen für „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“

Sitges – Internationales Filmfestival von Katalonien · 1994

Bester Film

gewonnen

Sitges – Internationales Filmfestival von Katalonien · 1994

Bestes Drehbuch

gewonnen

Fakten vom Set

Was du noch nicht über „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“ wusstest

  • 01Der Film bildet den Abschluss von Michael Hanekes sogenannter „Gletscher-Trilogie“, zu der auch die Werke „Der siebente Kontinent“ (1989) und „Benny's Video“ (1992) gehören.
  • 02Das Drehbuch des Films wurde von wahren Begebenheiten inspiriert – einer Schießerei in einer Wiener Bank Ende 1993.
  • 03Die Struktur des Werks ist eng mit dem Titel verbunden: Der gesamte Film besteht aus genau 71 separaten Sequenzen, die durch Schwarzblenden voneinander getrennt sind.
  • 04Die im Film gezeigten Fernsehbeiträge sind authentische Aufnahmen von Nachrichtensendungen aus der zweiten Hälfte des Jahres 1993, unter anderem über den Krieg in Bosnien und Herzegowina.

User-Kritiken

Kritiken zu „71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls“

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