Filmplakat Der Wahnsinn (2005)
KomödieHorrorb/o

Der Wahnsinn

Šílení

2005 1h 57min Belgien Regie Jan Švankmajer

Cine Score

6.7

Solide

75 Stimmen
auf einer Skala 1–10

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Filmplakat Der Wahnsinn

1h 57min

Laufzeit

75

Zuschauerbewertungen

2

Auszeichnungen

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Filmdaten zu „Der Wahnsinn“

Produktionsjahr

2005

Bewertung

6.7/10

Anzahl Bewertungen

75

Genres

Komödie, Horror

* Die technischen Daten stammen aus der Filmdatenbank und werden bei jeder Aktualisierung des Katalogs überprüft.

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2/2 Fragen

Filmbeschreibung zu „Der Wahnsinn“

Der Film erzählt frei nach Motiven aus Edgar Allan Poe und Marquis de Sade von der Begegnung des jungen, von Alpträumen gequälten Jean Berlot (gespielt vom tschechischen Starschauspieler Pavel Liška) mit einem Marquis, der als verrückter, selbsternannter Wunderdoktor eine Irrenanstalt leitet und dort schwarze Messen zelebriert. Während die Patienten ihre Freiheit genießen, sind die früheren Ärzte als geteerte und gefederte Monster eingesperrt. Der Film spielt scheinbar im Frankreich des 19. Jahrhunderts, ist jedoch gefüllt mit zahlreichen Anachronismen und rituellen Gegenstände aus der heutigen Zeit.

Jan Švankmajer, der legendäre tschechische surrealistische Filmemacher und Meister der Animation, präsentierte 2005 den Film „Die Irren“ (Originaltitel „Šílení“), eine kompromisslose Verbindung von Realfilm und der für den Regisseur charakteristischen Stop-Motion-Animation. Als Inspiration für das Drehbuch dienten das Werk von Edgar Allan Poe (insbesondere die Kurzgeschichten „Das vorzeitige Begräbnis“ und „Das System Dr. Teer und Prof. Feder“) sowie die philosophischen Schriften des Marquis de Sade. Švankmajer bezeichnet das Werk in seiner eigenen Einleitung zum Film als „philosophischen Horror“, der eine bittere und prägnante Meditation über die Natur der menschlichen Freiheit, gesellschaftliche Repressionen und die Grenze zwischen Verstand und Wahnsinn darstellt. Der Hauptprotagonist der Geschichte ist ein junger Mann, Jean Berlot (gespielt von Pavel Liška), der unter wiederkehrenden Alpträumen leidet, die von der Zwangseinweisung in eine psychiatrische Anstalt und dem Anlegen einer Zwangsjacke handeln. Nach der Beerdigung seiner Mutter begegnet er dem charismatischen und exzentrischen Marquis (gespielt von Jan Tříska). Der Aristokrat bietet Jean Hilfe bei der Bewältigung seiner lähmenden Ängste an und lädt ihn auf sein Landgut ein. Vor Ort wird der Protagonist Zeuge und Teilnehmer dekadenter, libertinär-anarchistischer Rituale. Bald gerät Jean in ein ungewöhnliches Asyl, in dem die Grenze zwischen Patienten und Ärzten vollständig verschwimmt und die von den Gastgebern vertretene Philosophie traditionelle Vorstellungen von Moral und Ordnung infragestellt. Die visuelle Sprache des Films bleibt äußerst kohärent mit dem bisherigen Schaffen des tschechischen Regisseurs. Düstere, dramatische Realszenen werden regelmäßig von turpistischen Stop-Motion-Animationssequenzen unterbrochen, in denen rohe Fleischstücke, Zungen, Gehirne und Augäpfel die Hauptrollen spielen, die tanzen und autotrophen Transformationen unterliegen. Die herausragende Darstellung von Jan Tříska als Marquis zieht die Aufmerksamkeit durch Ausdrucksstärke und Magnetismus auf sich und bildet einen perfekten Kontrast zu der zurückhaltenden, von Angst und Verwirrung geprägten Darbietung von Pavel Liška. Die Kameraarbeit von Juraj Galvánek und Martin Štěpánek unterstreicht die beklemmende Atmosphäre, während das von Eva Švankmajerová entworfene Szenenbild dem Ganzen eine bildnerische Tiefe verleiht. „Die Irren“ wurde von Kritikern weltweit gelobt und festigte Švankmajers Position als unabhängiger Filmemacher, der der surrealistischen Poetik treu bleibt. Der Film wird oft als Satire auf die moderne Gesellschaft interpretiert, die zwischen absolutem Permissivismus und repressivem Autoritarismus oszilliert. Das Werk gewann renommierte Preise in Tschechien und wurde als offizieller tschechischer Beitrag für den Oscar eingereicht. Bis heute bleibt er eine der wichtigsten Errungenschaften des europäischen surrealistischen Kinos des 21. Jahrhunderts.

Besetzung & Stab

Wer hinter „Der Wahnsinn“ steckt

Filmschaffende

Stab

Foto – Jan Švankmajer

Jan Švankmajer

Regie · Drehbuch

Foto – Juraj Galvánek

Juraj Galvánek

Kamera

Besetzung

Foto – Pavel Liška

Pavel Liška

als Jean Berlot

Foto – Jan Tříska

Jan Tříska

als Marquis

Foto – Anna Geislerová

Anna Geislerová

als Charlota

Foto – Jaroslav Dušek

Jaroslav Dušek

als Dr. Murlloppe

Foto – Martin Huba

Martin Huba

als Dr. Coulmiere

Foto – Karel Heřman

Karel Heřman

als Feeble-minded Warden

Foto – Pavel Nový

Pavel Nový

als Servant Dominik

Foto – Stano Dančiak

Stano Dančiak

als Innkeeper

Technische Daten

Produktion & Details

Studio / ProduktionATHANOR
ProduktionslandBelgien
OriginalspracheTschechisch
Erscheinungsdatum17. November 2005
Laufzeit1h 57min
Altersfreigabeb/o
Budget–
Einspielergebnis–

Festivals & Auszeichnungen

Auszeichnungen für „Der Wahnsinn“

Böhmischer Löwe · 2005

Beste künstlerische Gestaltung / Szenenbild

gewonnen

Böhmischer Löwe · 2005

Bestes Filmplakat

gewonnen

Fakten vom Set

Was du noch nicht über „Der Wahnsinn“ wusstest

  • 01Der Film zieht direkte Inspirationen aus zwei Kurzgeschichten von Edgar Allan Poe („Das vorzeitige Begräbnis“ und „Das System Dr. Teer und Prof. Feder“) sowie aus den Schriften des Marquis de Sade.
  • 02Jan Švankmajer tritt zu Beginn des Films persönlich in einer kurzen Einleitung auf, in der er den Zuschauer vorwarnt, dass er einen „philosophischen Horrorfilm“ sehen wird.
  • 03In den Stop-Motion-Animationsszenen wurden echtes rohes Fleisch, Zungen, Lungen und tierische Organe verwendet.
  • 04Der Film wurde als offizieller tschechischer Beitrag für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für das Jahr 2006 eingereicht.

User-Kritiken

Kritiken zu „Der Wahnsinn“

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