Filmplakat Die dritte Generation (1979)
KomödieKrimiDrama16

Die dritte Generation

1979 1h 50min Deutschland Regie Rainer Werner Fassbinder

Cine Score

6.0

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Filmplakat Die dritte Generation

1h 50min

Laufzeit

51

Zuschauerbewertungen

6

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Filmdaten zu „Die dritte Generation“

Produktionsjahr

1979

Bewertung

6.0/10

Anzahl Bewertungen

51

Genres

Komödie, Krimi, Drama

* Die technischen Daten stammen aus der Filmdatenbank und werden bei jeder Aktualisierung des Katalogs überprüft.

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Filmbeschreibung zu „Die dritte Generation“

Westberlin 1978. Ein Haufen gelangweilter Aussteiger verübt aus Protest eine Reihe von Anschlägen. Was die Möchtegern-Terroristen nicht ahnen: Sie werden manipuliert. Ein internationaler Computerkonzern nutzt ihre Aktionen geschickt für seine eigenen Zwecke. Der Staat soll gezwungen werden, neue Fahndungscomputer zu kaufen. Regisseur Rainer Werner Fassbinder inszenierte mit einer hervorragenden Besetzung diesen Film, der die Absatzstrategien international operierender Konzerne und die Unmenschlichkeit von Überwachungsstaaten anprangert.

„Die dritte Generation“ aus dem Jahr 1979 unter der Regie von Rainer Werner Fassbinder ist eine der provokantesten und kompromisslosesten politischen Satiren in der Geschichte des Neuen Deutschen Films. Der Film entstand kurz nach den traumatischen Ereignissen des sogenannten Deutschen Herbstes von 1977, als Anschläge und Entführungen durch die linksterroristische Rote Armee Fraktion (RAF) die Bundesrepublik Deutschland erschütterten. Fassbinder blickt auf das Milieu einer fiktiven Terrorzelle in West-Berlin. Ihre Mitglieder sind jedoch keine ideologischen Revolutionäre, sondern Angestellte aus der Mittelschicht, Studenten und Hausfrauen. Frustriert und ohne tiefere politische Reflexion betrachten sie die konspirative Tätigkeit beinahe wie ein aufregendes Gesellschaftsspiel oder einen modischen Lebensstil. Die Handlung des Films nimmt eine zynische Dimension an, als P.J. Lurz (gespielt von Eddie Constantine), ein rücksichtsloser US-amerikanischer Computer- und Sicherheitssystem-Magnat, auf den Plan tritt. Der Geschäftsmann erkennt, dass die allgemeine Angst vor dem Terrorismus der beste Motor für den Verkauf seiner Überwachungstechnologien ist. Er beschließt, die Aktionen der Terrorzelle heimlich zu finanzieren und zu provozieren, um Panik in der Gesellschaft zu schüren und den Staat zum Kauf seiner Geräte zu zwingen. Fassbinder baut darauf eine bittere Diagnose einer Welt auf, in der die Grenze zwischen subversivem Terrorismus und rücksichtslosem Kapital vollkommen verschwimmt. In inszenatorischer Hinsicht zeichnet sich „Die dritte Generation“ durch eine äußerst dichte Atmosphäre und eine neuartige audiovisuelle Form aus. Während der gesamten Spieldauer ist im Hintergrund ununterbrochen das Rauschen von Fernseh- und Radiogeräten zu hören, die Nachrichten und politische Debatten übertragen, was das Motiv der medialen Reizüberflutung und der Gleichgültigkeit der Gesellschaft unterstreicht. Was im Schaffen Fassbinders außergewöhnlich ist: Der Regisseur stand selbst als Chefkameramann hinter der Kamera. Besetzt wurde der Film mit seinen ständigen Weggefährten, darunter Hanna Schygulla, Volker Spengler, Margit Carstensen, Hark Bohm und Udo Kier, sowie dem französischen Star Bulle Ogier. Zum Zeitpunkt seiner Premiere löste der Film enorme Kontroversen aus und stieß nahezu von allen Seiten des politischen Spektrums auf Kritik. Die Rechten beschuldigten den Regisseur, die Gewalt zu relativieren, während die Linken ihm vorwarfen, die Revolutionäre als gedankenlose, programmlose Marionetten darzustellen. Aus heutiger Sicht gilt „Die dritte Generation“ jedoch als eines der treffendsten und mutigsten Werke Fassbinders, das den Absurdismus des Radikalismus, die Oberflächlichkeit der modernen Kultur sowie den Zynismus des autoritären Kapitals gnadenlos auf den Punkt bringt.

Besetzung & Stab

Wer hinter „Die dritte Generation“ steckt

Filmschaffende

Stab

Foto – Rainer Werner Fassbinder

Rainer Werner Fassbinder

Regie · Drehbuch · Kamera

Foto – Peer Raben

Peer Raben

Musik

Besetzung

Foto – Harry Baer

Harry Baer

als Rudolf Mann

Foto – Hark Bohm

Hark Bohm

als Gerhard Gast

Foto – Margit Carstensen

Margit Carstensen

als Petra Vielhaber

Foto – Eddie Constantine

Eddie Constantine

als P. J. Lurz

Foto – Jürgen Draeger

Jürgen Draeger

als Hans Vielhaber

Foto – Udo Kier

Udo Kier

als Edgar Gast

Foto – Volker Spengler

Volker Spengler

als August

Foto – Hanna Schygulla

Hanna Schygulla

als Susanne Gast

Technische Daten

Produktion & Details

Studio / ProduktionTango Film
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsdatum30. Mai 1979
Laufzeit1h 50min
Altersfreigabe16
Budget–
Einspielergebnis–

Fakten vom Set

Was du noch nicht über „Die dritte Generation“ wusstest

  • 01Rainer Werner Fassbinder fungierte in diesem Film selbst als Chefkameramann.
  • 02Der Film entstand als direkte Reaktion auf die Ereignisse des sogenannten Deutschen Herbstes von 1977 und die Welle des RAF-Terrorismus in der BRD.
  • 03Fast während des gesamten Films ist im Hintergrund das ununterbrochene Geräusch laufender Radio- oder Fernsehgeräte zu hören, was die Informationsflut und den Mediendruck symbolisieren sollte.
  • 04Die Rolle des Industriellen P.J. Lurz spielte Eddie Constantine, ein Schauspieler, der für seine Rolle als Detektiv Lemmy Caution in den Filmen von Jean-Luc Godard bekannt ist.

User-Kritiken

Kritiken zu „Die dritte Generation“

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